• 5 Jahre Gendermainstreaming

     

    In der nächsten Gemeinderatssitzung wird das Thema Gendermainstreaming (GM) diskutiert. Dieses Jahr feiern wir 5 Jahre GM in Freiburg. In diesen 5 Jahren wurde eine Sensibilität für die Gender-Thematik geschaffen und daran gearbeitet, dass heutzutage die Gender-Thematik innerhalb großer Teile der Stadtverwaltung als nahezu selbstverständlich gilt. Diverse Planungen und Entscheidungen berücksichtigen mittlerweile den Gender Aspekt.

    Doch sollten wir uns nicht auf den Erfolgen ausruhen, denn wir haben noch viele Aufgaben vor uns.

    Die Einordnung von Menschen nach Geschlechterkategorien und dem daraus resultierendem Verhalten bzw. der Diskriminierung ist nach wie vor ein Merkmal unseres Alltags.

    In Freiburg wurde bereits von Anfang an erkannt, dass eine ausschließliche Frauen/Männer-Trennung der Sache nicht dient. Soziales, Kulturelles, Alter usw. bilden Aspekte, die dabei berücksichtigt werden müssen bis hin zur Infragestellung der Zweigeschlechtertrennung. Diese Prozesse benötigen dringend eine gut fundierte Datenbasis, die in unserer Stadt jedoch nicht vorhanden ist.

    Nach 5 Jahren GM in Freiburg haben wir zwar schon viel erreicht. Trotzdem liegt noch ein großer Teil der Arbeit vor uns.

     

  • Forderung nach Kehrtwende in städtischer Wagenplatzpolitik

    Stadt räumt Versäumnis ein

     

    Alternative Wohnformen sollen nicht kriminalisiert werden

     

    Die Grüne Alternative Freiburg begrüßt die Entscheidung der Stadtverwaltung, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit alternativen Wohnformen in Freiburg beschäftigt. Bedauerlich ist allerdings, dass sich die Stadt bereits vor vier Jahren zu diesem Schritt verpflichtet hat und erst jetzt, nach mehrmaligen Aufforderungen ihrer Verpflichtung nachkommt. Wir sehen hier, dass viel zu viel Zeit versäumt wurde, während der eine andere Politik hätte entwickelt werden können. Besonders betroffen sind dabei natürlich die Menschen, die entschieden haben, in Wägen zu leben.

    „Die Stadtpolitik ist bei diesem Thema geprägt von Unwissenheit, Vorurteilen und Intoleranz. Der Bedarf nach fachlichem Austausch der politisch Verantwortlichen ist längst überfällig und notwendig“, bemerkt Coinneach McCabe dazu.

    Aller Wahrscheinlichkeit nach steht die polizeiliche Räumung des M1 Grundstücks und damit die Räumung des politischen Kunst-, Kultur- und Wagenplatzkollektivs „Kommando Rhino“ bevor.

    Im Info Vauban des Stadtteilvereins vom Dezember wurde festgehalten, dass die überwiegende Mehrheit sich für eine Zwischennutzung durch das Wagenkollektiv aussprach. Doch die gemeinderätliche Mehrheit hat diese Lösung leider abgelehnt.

    Es ist unser ausdrücklicher Wunsch, dass die BewohnerInnen dieses Stadtteils ernsthaft an der Gestaltung des Grundstücks beteiligt werden und die Menschen nicht in die Obdachlosigkeit getrieben werden.

    „Wagenleben hat eine sehr lange Tradition, allerdings auch eine ebenso lange Tradition ihrer Diskriminierung. Es sollte daher endlich erkannt werden, dass das Leben in Wägen eine gesellschaftliche Realität ist und daher ermöglicht und nicht grundsätzlich verhindert werden“, begründet Monika Stein die Position der GAF.

    Diese Situation lässt sich auch bei einem anderen Wagenkollektiv, dem der Schattenparker, beobachten. Der Vorstand hat jetzt einen Strafbefehl erhalten und ist wegen dieser Repression zurückgetreten. Das gefährdet natürlich die Existenz des Vereins und dadurch die weitere Existenz des Wagenkollektivs. „Die Repression hier ist als politisch motiviert zu bewerten. Gesetze sollten aber nicht angewendet werden, um Meinungsfreiheit einzuschränken“, sagt Coinneach McCabe. Der Anlass dieses Strafbefehls war eine Demonstration gegen die 24.000 €, welche die Schattenparker zahlen müssen, da die Stadt ihre Wohnungen für 3 Monate beschlagnahmt hatte und damit der Obdachlosigkeit preisgegeben hatte. Das kann einem zu denken geben.

    Wir hoffen, dass durch die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zum Thema alternative Wohnformen eine Kehrtwende weg von einer repressiven hin zu einer offenen Politik in Bezug auf Wagenleben vollzogen wird.

     


    Offener Brief: Wagenkollektiv Rhino, Vauban und Antwort

     

  • Verwaltungsspitze macht ihre Hausaufgaben nicht

    Am vergangenen Samstag fand eine Demonstration in der Innenstadt statt, bei der es um die Situation des besetzten Platzes M1 im Vauban ging. Dort steht das politische Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv Rhino.

    Die Menschen, die in diesem Kollektiv wohnen, müssen befürchten, bei eisigen Temperaturen geräumt und in die Obdachlosigkeit getrieben zu werden. In diesem Fall zeigt sich erneut, wie die Verwaltung durch Verweigerung lösungsorientierter Kommunikation und mangelnde Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils einen Konflikt massiv verstärkt.

    Bereits 2006 hat sich die Stadtverwaltung verpflichtet, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich mit dem Wagenleben in Freiburg befassen soll. Dieser Verpflichtung kam sie jedoch nicht nach. Das Ergebnis des Verschleppens ist ein enormer Zeitdruck, unter dem eine konstruktive Problemlösung nicht zu erwarten ist. Die Leidtragenden dabei sind Menschen, die in der Stadtpolitik anscheinend keine Lobby haben.

    Wir fordern daher die Stadtverwaltung und explizit den Oberbürgermeister auf, seiner durch Vertragsunterzeichnung eingegangenen Verpflichtung endlich nachzukommen.

     

  • Werkrealschule ist keine Lösung

    Das dreigliedrige Schulsystem ist zum großen Teil verantwortlich für den Mangel an Chancengleichheit im Bildungssystem und damit in unserer Gesellschaft. Wenn wir tatsächlich Chancengleichheit wollen, sollten wir das Schulsystem verändern.

    Das Projekt „Werkrealschulen“ allerdings setzt auf weitere Selektion, was zur Folge haben wird, dass der Hauptschulabschluss noch weiter abgewertet wird. So werden schwache SchülerInnen nicht gefördert, sondern im Gegenteil noch stärker als zuvor stigmatisiert.

    Der „Werkrealschulabschluss“ suggeriert einen höheren Bildungsgrad als ein Hauptschulabschluss, dem Namen nach gleichgestellt mit einem Realschulabschluss, was aber nicht der Fall ist und es stellt sich die Frage, was es den SchülerInnen und der Gesellschaft nützt, wenn wir noch einen weiteren Schulabschluss auf den Weg bringen.

    Wenn wir Chancengleichheit ernst meinen, dann sollten wir alle SchülerInnen fördern und das kann schon mit einfachen Lösungen passieren, wie z.B. kleinere Klassen, Schulsozialarbeit und stärkere Betreuung schwächerer SchülerInnen.

    Das Projekt Werkrealschule verstärkt das dreigliedrige Schulsystems allerdings nur und damit die Chancenungleichheit.

     

  • Offener Brief: Wagenkollektiv Rhino, Vauban

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

     

    die Nutzung des Eingangsbereichs vom Vauban beinhaltet ein großes Konfliktpotential für die Stadt. Ein Konflikt besteht darin, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Nutzung dieses Geländes für die Stadtteil-BewohnerInnen nach wie vor umstritten ist.

    Ein weiterer bezieht sich auf die Situation des WagenbewohnerInnenkollektivs „Kommando Rhino“, das, wie Sie schon wissen, seit geraumer Zeit das Gelände besetzt.

    Der Fokus diesen Schreibens liegt auf der Situation des Wagenkollektivs.

     

    Die gegenwärtige Situation ist die, dass Anfang nächsten Jahres dieses Gelände geräumt werden soll, um den beginnenden Bauarbeiten Platz zu machen. Die BewohnerInnen dieses Geländes sollen es verlassen, obwohl zu diesem Zeitpunkt keine Alternative für sie besteht. Dadurch wird diese Gruppe nicht aus der Welt geschafft, sondern verdrängt, von einem Standort zum nächsten. Dass das keine Lösung ist, versteht sich von selbst.

     

    Die Situation ist bekannt und wir haben die Erfahrung gemacht, auch durch die Auseinandersetzung zwischen Stadtverwaltung und SchattenparkerInnen von 2003 bis 2006, dass es sich lohnt, konstruktiv an die Situation heran zu gehen. Es wäre unverantwortlich, einfach auf Konfrontationskurs zu gehen, wenn es vermeidbar ist.

    Es muss auch betont werden, dass es sich bei den BewohnerInnen der Schattenparker und Kommando Rhino, obwohl beide in Wagen leben und einander Solidarität zeigen, um zwei völlig unterschiedliche Gruppen handelt.

     

    Im Mietvertrag, der zwischen den Schattenparkern und der Stadt Freiburg abgeschlossen wurde, hat die Verwaltung die Verantwortung dafür übernommen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die über die Situation von Wagenkollektiven in der Stadt diskutiert. Das liegt im Interesse der Stadt, denn es gibt Menschen, die in Wagen leben und es wird auch immer Menschen geben, die sich dafür entscheiden, in mobilen statt festen Wohnungen zu leben. Es wäre demnach sinnvoll, sich ernsthaft mit dieser Thematik auseinander zu setzen, statt die Existenz zu leugnen.

    Wir erwarten von der Stadtverwaltung, dass sie sich ihrer Verantwortung stellt und endlich eine Gruppe zu diesem Thema einberuft.

     

    Da wir davon ausgehen, dass diese „Arbeitsgruppe“, wie vereinbart, einberufen wird, können wir nicht hinnehmen, dass während dieser Zeit ein Wagenkollektiv geräumt wird. Die Verantwortung, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und Lösungen zu konzipieren, besteht seit 2006. Dass dieser Prozess verschleppt wurde, liegt in der Verantwortung der Stadt.

    Daher fordern wir, dass keine Zwangsräumung der BewohnerInnen des Vauban Geländes stattfindet, bis diese Gruppe ihre Arbeit aufnimmt und anfängt, ein Konzept zu erarbeiten. Für den Fall, dass es wirklich nötig ist, dieses Geländer zu verlassen, soll den BewohnerInnen ein Alternativangebot gemacht werden.

     

    Es muss auch noch mal betont werden, dass für das Geländer, das gerade geräumt werden soll, kein Konzept der Stadt vorliegt, das bei den BewohnerInnen des Stadtteils Akzeptanz findet. Der Konflikt ist vorprogrammiert, wenn Sie, Herr Oberbürgermeister, an Ihrem Konzept festhalten, ein unerwünschtes Gebäude zu errichten und eine Gruppe zu verdrängen, die keinen anderen Ort hat. Wir fordern Sie daher auf – im Interesse unserer Stadt – , diesem Anliegen mehr Zeit zu widmen und zusammen mit den BewohnerInnen ein akzeptables Konzept für dieses Gelände zu finden. Ebenso muss endlich, wie vereinbart, die Situation von WagenbewohnerInnen in Freiburg diskutiert werden.

     

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Coinneach McCabe

     

     

    Brief geht an die Fraktionen im Gemeinderat sowie an die lokale Presse

  • Aufruf zur Demonstration gegen Abschiebung

    Offenheit und Liberalität darf keine Floskel werden

    „DEMONSTRATION gegen ABSCHIEBUNGEN",  am 5. Dezember 2009, um 13.00 Uhr in Freiburg, auf dem Platz
    vor der Johanneskirche

    http://www.aktionbleiberecht.de/


    Es besteht die Gefahr, dass in der nächsten Zeit mehrere hundert BewohnerInnen der Stadt Freiburg gezwungen sein werden, nicht nur
    Freiburg, sondern Deutschland zu verlassen. Viele der Betroffenen sind hier geboren worden und für all diese Menschen ist Freiburg der
    Lebensmittelpunkt. Unter den Betroffenen leben die meisten im Familienverbund, aber auch Alleinstehende sind betroffen, die genauso
    unter der Ausweisung leiden.
    So etwas passiert und es passiert aus dem Grund, weil diese Menschen Flüchtlinge sind. Flüchtlinge, die in Freiburg versucht haben, einen Ort zu finden, wo sie leben können, ohne staatlicher Willkür, Verfolgung, Folter oder Ausgrenzung ausgesetzt zu sein. Die Gründe für Verfolgung sind vielfältig, allerdings spielt häufig die ethnische Zugehörigkeit oder die Religionszugehörigkeit eine Rolle.

  • Kitas müssen bezahlbar sein

    Der Gemeinderat stimmte am 01.12.09 mehrheitlich dafür, die Elternbeiträge in städtischen Kindertageseinrichtungen zu erhöhen und damit auch eine Empfehlung für nicht städtische Einrichtungen zu geben. Diese Entscheidung war falsch.

    Die Argumentation besteht darin, dass es notwendig ist, die Beiträge zu erhöhen, damit die Qualität steigt. Außerdem würde die Empfehlungen vom Städtetag, dass 20% der Kosten von Eltern gedeckt werden sollen, sogar mit 0,8% unterboten.

    Wir müssen die Standards in Kitas verbessern, aber die Erziehungsberechtigten stärker zu belasten, kann nicht die Lösung sein und ist ein Schritt in die falsche Richtung. Der Gemeinderat hat die Finanzierung beschlossen, ohne pädagogische Konzepte zu berücksichtigen und die Eltern werden zur Kasse gebeten, ohne dass ein Konzept für die Qualitätsverbesserung vorliegt.

    Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, soziales Engagement sowie die Möglichkeit, dass Kinder in einem für sie positiven Umfeld aufwachsen, sind in unserer Gesellschaft Ziele, die wir auch fördern müssen. Uns sollte klar sein, dass wir, wenn wir an dieser Stelle sparen statt zu investieren, die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder behindern und das Engagement der Erziehungsberechtigten nicht genügend würdigen.

     

  • Stellungsnahme der Grüne Alternative zur Antwort der Verwaltung auf die Anfrage bezüglich „Rechtsextremismus in Freiburg“

    Stadtverwaltung bleibt konsequent auf dem rechten Auge blind

     

    Nach den Ereignissen dieses Sommers ( 1, 2, 3, 4, 5, ) hat die GAF noch einmal eine Anfrage zum Thema „Rechtsextremismus in Freiburg und Umgebung“ an die Verwaltung gestellt. Unserer Meinung nach wurde und wird dieses Thema nicht ernst genommen und das bestätigt sich leider wieder durch die Antwort der Stadtverwaltung.

    „Freiburg hat im Vergleich zu anderen Städten zwar ein kleine Szene, aber das bedeutet nicht, dass diese ungefährlich ist. Freiburg ist in vielen Bereichen des Lebens als städtischer Mittelpunkt für das gesamte Umland anzusehen“, sagt Coinneach McCabe. „Auch deshalb haben wir dazu aufgefordert, dass eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Stadt Freiburg und den umliegenden Gemeinden und Landkreisen anvisiert wird.“

    Bei der letzten Anfrage Anfang Oktober 2009 hatte die GAF dazu von der Verwaltung die Antwort erhalten: „Derzeit besteht kein Bedarf. Sollte sich dieser ergeben, wird umgehend eine Kontaktaufnahme mit dem Landkreis erfolgen.“

    Dass immer noch kein „Bedarf“ gesehen wird, nachdem bei Thomas B. aus Weil Material zum Bau einer Bombe von 5-7 Kilo gefunden wurde, die laut Aussage der Polizei verheerende Wirkung gehabt hätte, sowie andere Waffen, ist nicht nachvollziehbar. Zudem deutet alles darauf hin, dass es sich bei diesem nicht um einen Einzeltäter handelt, sondern um ein Mitglied der rechtsradikalen Szene, die mittlerweile außerordentlich gut vernetzte Strukturen ausgebildet hat.

    Die Erkenntnis, dass diese mit aller Wahrscheinlichkeit Anschläge in Freiburg geplant hatte, sollte selbst für die Stadtverwaltung darauf hindeuten, dass Bedarf besteht, sich mit dem Problem des Rechtsextremismus in Freiburg und Umgebung auseinander zu setzen. Doch deren Antwort lautet stoisch: „Derzeit besteht kein Bedarf.“

    „Diese Untätigkeit ist eine Verleumdung der Wirklichkeit und für uns gänzlich unverständlich“, kommentiert Monika Stein die Haltung der Stadtverwaltung.

    Die GAF fordert die Stadtverwaltung auf, hier endlich aktiv zu werden und Rechtsextremismus als Problem zu erkennen. „Wir haben viele Möglichkeiten, rechtsradikalem Gedankengut auf verschiedenen Ebenen entgegen zu zu treten. Eine Ausrede, um in Untätigkeit zu verharren, gibt es nicht“, sagt Coinneach McCabe.

     

    Antwort der Stadtverwaltung auf unsere Anfrage

     

  • Polizeigewalt gegen freie Meinungsäußerung

    Gewalttätige Auseinandersetzungen von der Polizeispitze bereits im Vorfeld herbeigeführt

    Bietet die Polizei Schutz vor rechtsradikaler Gewalt?

     

    Am Samstag in der Innenstadt hat die Polizei, zum großen Teil vermummt, die freie Meinungsäußerung wieder gewaltsam verhindert. Schon vor der Demonstration war es klar, dass die Ordnungsmächte einen Konfrontationskurs fahren. Es wurden nicht nur im Vorfeld auf zweifelhafter Rechtsgrundlage Websites zensiert, auch die von den Demonstrierenden angestrebte Kommunikation mit der Polizei wurde von Seiten der Ordnungsmächte unterbunden. „In Anbetracht der Vorgeschichte muss man zu dem Fazit kommen, dass diese Auseinandersetzung von Seiten der Polizeispitze gewollt war“, sagt Coinneach McCabe.

     

    Dies ist nun der letzte Fall, bei dem Polizeidirektor Heiner Amann zusammen mit seinem Kollegen vom Amt für Öffentliche Ordnung Walter Rubsamen ihr Verständnis von Recht und Ordnung vor öffentliche Sicherheit, freie Meinungsäußerung und persönliche Unversehrtheit gestellt haben. „Wieder haben sich diese beiden Behörden weit von den Grundwerten unserer Gesellschaft entfernt.Diejenigen, die dafür verantwortlich sind, sollten die Konsequenz daraus ziehen“, sagt Stadträtin Monika Stein.

    Das Amt für Öffentliche Ordnung gehört zum Dezernat des Ersten Bürgermeisters Neideck und ist darüber hinaus auch der Verwaltungsspitze des OB Dr. Dieter Salomon unterstellt.

     

    Der Sinn dieser Demonstration war in erster Linie, dem Rechtsradikalismus eine klare Absage zu erteilen. Erst kürzlich mussten wir in Freiburg und Umgebung feststellen, dass die rechtsradikale Szene zwar klein, aber gut vernetzt ist und deren Mitglieder zu Gewalttaten bereit sind. Dies wird deutlich am Fall des mutmaßlichen Bombenbauers Thomas B.

    Trotz Aufforderungen blieb die Polizei weitgehend untätig und bis heute wird verneint, dass offensichtlich ein Netzwerk von gewaltbereiten Rechtsradikalen existiert.

    Die Grüne Alternative Freiburg hat auch bereits in mehreren Anfragen das Amt für Öffentliche Ordnung aufgefordert, diese Problematik zu erkennen und ernstzunehmen, doch das wurde stetig als nicht notwendig abgewiesen.

    Dabei haben die Ordnungsmächte gezeigt, dass die Gefahr, die von den Rechtsradikalen ausgeht, unterschätzt wird. „Man fragt sich dann, wie die Polizei vor rechter Gewalt schützen soll, wenn das Problem noch nicht einmal als solches wahrgenommen wird“, sagt Coinneach McCabe.

  • Pressemitteilung

    Stadtverwaltung sollte Kommunikation zwischen Polizei und DemonstrantInnen ermöglichen
    Stadtverwaltung sollte Dialogbereitschaft nicht blockieren

    Es ist mit großem Bedauern festzustellen, dass sich die Stadtverwaltung in der öffentlichen Wahrnehmung zu einer Verbots- und Bußgeldbehörde entwickelt hat. Wenn es ums Schlittschuhlaufen am Karlsplatz, um das Schlossbergfest, um das Abstellen von Fahrrädern am Bertoldsbrunnen, die Nutzung der Sternwaldwiese, um Alkoholkonsum usw. geht, so scheinen sich die angewandten Mittel der Stadtverwaltung stets auf Einschränkungen, Verbote und Strafe zu beschränken.

    "Es entspricht unserer Vorstellung einer Stadtverwaltung, dass sich diese um eine Kooperation mit Menschen und Organisationen bemüht, um das Ausleben verschiedener Interessen zu ermöglichen. Doch wir mussten leider feststellen, dass dies nicht der Fall ist", sagt Stein. Wir haben uns über die letzten Jahre hinweg darum bemüht, dass die Stadtverwaltung mehr auf die Belange der BürgerInnen dieser Stadt eingeht, und dass sie sich aktiv daran beteiligt, Kompromisse zu finden, wo Konflikte auftauchen, so dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der hier Lebenden respektiert werden. Wichtig ist hier das Prinzip, dass Freiheit auch immer die Freiheit der Anderen ist.

    Wir stehen nicht immer hinter allen Belangen von jedem, der in dieser Stadt lebt, wir erkennen aber als selbstverständlich an, dass Bedürfnisse mit Respekt behandelt werden sollten und die Einstellung des Ermöglichens statt des Verhinderns Vorrang haben sollte. Besonders wichtig ist uns unser gegenwärtiges Anliegen: die freie Meinungsäußerung. Die angekündigte KTS-Demonstration "Mit autonomen Zentren antifaschistisch in die Zukunft!" entspricht nicht dem Interesse aller BürgerInnen dieser Stadt. Trotzdem sollte man erkennen können, dass es außerordentlich hilfreich ist, wenn im Voraus Gespräche zwischen DemonstrationsteilnehmerInnen und Polizei stattfinden können. Diese Gespräche sind im Interesse

    der DemonstrantInnen, der Einsatzkräfte sowie auch der Menschen, die sich am Wochenende in der Stadt aufhalten werden. Schlicht gesagt, entspricht das dem öffentlichen Interesse und sollte dementsprechend auch im Interesse der Stadtverwaltung liegen. Stattdessen torpediert das Amt für Öffentliche Ordnung diese Gespräche.

    "Wir begrüßen die Bereitschaft von DemonstrantInnen wie auch von der Polizei, für einen Dialog einzutreten, müssen allerdings mit großem Unverständnis zur Kenntnis nehmen, dass unsere Stadtverwaltung keinen Wert auf Dialog und Kommunikation legt", sagt McCabe.


    Die Grüne Alternative Freiburg begrüßt den Umstand, dass Teile der Stadtverwaltung offen und konstruktiv mit den BürgerInnen unserer Stadt umgehen. Wir müssen allerdings mit Bedauern feststellen, dass ein nicht unbedeutender Teil dieser Behörde eine solche Vorgehensweise
    augenscheinlich nicht für notwendig hält.