Bürgerrechte
Weihnachtliche Abschiebung aus dem Standesamt
Verfasst von gaf am 16. Januar 2012 - 11:18
Kurz vor Weihnachten wollte in Freiburg ein binationales Paar seine Eheschließung beantragen. Doch im Standesamt wurde die Braut verhaftet, in Handschellen abgeführt und sitzt seitdem im Gefängnis in Schwäbisch Gmünd, wo sie niemanden kennt.
Die Abschiebung ins Kosovo würde bei einer Person, die ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg hat, nicht stattfinden, weil die grünrote Landesregierung aus humanitären Gründen dorthin keine Abschiebungen vornimmt. Zur „Amtshilfe“ ist sie sich leider offensichtlich nicht zu schade, weshalb die Mutter von 4 Kindern, die seit knapp 20 Jahren bestens integriert in Deutschland lebt, seit Wochen in Haft sitzt. Dies alles, obwohl das Brautpaar den Behörden gegenüber offen war und mit der Ausländerbehörde des Wohnsitzes der Frau „Heiratsschutz“ vereinbart hatte, was bedeutet, dass bis zu einer Eheschließung die drohende Abschiebung nicht stattfinden wird. Kurz vor Weihnachten, zu einer Zeit, in der ansonsten Friedenspflicht gelten sollte, wurde diese Vereinbarung im Freiburger Rathaus gebrochen.
Wir fordern, dass die Verwaltungsspitze sich für eine sofortige Freilassung der Braut einsetzt und das Ehepaar in Freiburg heiraten und in Zukunft mit den minderjährigen Kindern unbehelligt wohnen kann.
Geschlossen gegen rechte Gewalt
Verfasst von gaf am 9. Dezember 2011 - 16:54Alltagsrassismus muss auch in Freiburg bekämpft werden
Wir begrüßen sehr, dass für dieses Wochenende in Freiburg ein breites Bündnis zu einer Demonstration gegen Rechts aufgerufen hat. Ebenso finden wir es gut, dass der Freiburger Gemeinderat eine Resolution gegen Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt verabschieden will. Allerdings ist einiges an der Resolution und am Aufruf für die Demonstration halbherzig bzw unüberlegt. Auch in Südbaden – und auch in Freiburg – gibt es Neonazis und Strukturen, die diese unterstützen. Vorfälle der letzten Jahre belegen, dass diese oft nicht von staatlichen Stellen aufgedeckt wurden, sondern dass antifaschistische Gruppen diejenigen sind, die effektive Aufdeckung in diesem Bereich betreiben und dadurch zum Teil auch Gewalttaten verhindern konnten.
Die geplante Resolution des Freiburger Gemeinderats richtet sich auch gegen Rechtsextremismus. Damit wird, wohl zum Teil unabsichtlich, die Extremismusdebatte bedient.
Sie versucht rechte und linke Politik vergleichbar zu machen, trägt aber zur Verharmlosung menschenverachtender Politik bei. Antifaschistische Gruppen werden dadurch an allen Ecken und Enden kriminalisiert. Deswegen können wir die Resolution des Freiburger Gemeinderats nicht mit unterzeichnen.
Razzia bei den Schattenparkern - Großangelegte PR-Kampagne der Stadt Freiburg beschränkt Bürgerrechte
Verfasst von gaf am 27. September 2011 - 14:27
Gendarmerie in Freiburg – Foto Indymedia LinksuntenWir haben mit großer Besorgnis die
polizeilichen Maßnahmen auf dem Areal des Wagenkollektivs
Schattenparker zur Kenntnis genommen. Am Morgen des 25.09.2011, kurz
vor dem Besuch des Herrn Ratzinger auf einem sich in der Nähe
befindenden Geländes, haben die Einsatzkräfte eine
Allgemeinverfügung der Stadt Freiburg präsentiert. Mit dieser als
Legitimierung sind Einsatzkräfte der Polizei auf das Gelände
eingedrungen, haben dabei Türen von den Wagen aufgerissen und sogar
auch in die Wagen gefilmt.
Monika Stein dazu: „Dieses Verhalten ist aufs Schärfste zu verurteilen. Der Grundsatz der Unverletzlichkeit der Wohnung ist hier auf jeden Fall verletzt worden.“
Die Allgemeinverfügung der Stadt Freiburg bezieht sich auf verschiedenste Gesetze, insbesondere den Schutz kirchlicher Veranstaltungen. Die Vermutung seitens der Stadt ist, dass die BürgerInnen, die hier wohnen, „störgeneigt“ seien und dass eine Besetzung des Geländes durch Sicherheitskräfte notwendig sei.
Gendarmerie in Freiburg – Foto Indymedia
Verfasst von coinneach-admin am 27. September 2011 - 14:24 weiterZur Frage der Gesetze
Verfasst von gaf am 26. September 2011 - 9:41Bald ist der Freiburgaufenthalt des Herrn Ratzinger vorüber und danach wird hoffentlich das normale Leben wieder einkehren. Doch der Besuch hat bereits nachhaltig Spuren hinterlassen. Freiburg wird eine Bühne sein und die Bevölkerung als Beifallklatscher dienen, eine Aufgabe die wir übernehmen sollen, ohne gefragt worden zu sein.
Dieses Ereignis hat zu Spaltungen in der Bevölkerungen geführt, die noch länger zu spüren sein werden.
Der Besuch zeigt eine ernstzunehmende Bedrohung auf, nämlich wie leicht uns Freiheit und Grundrechte zu entziehen sind. Durch die Allgemeinverfügungen unseres eigenen Amtes für Öffentliche Ordnung werden zeitweise unsere Grundrechte außer Kraft gesetzt. Der Besuch ist ein Anlass, der es für die ausführenden Behörden zum Kinderspiel werden lässt, uns unserer Freiheit zu berauben.
Dieser Spieltrieb ist uns GemeinderätInnen sehr wohl bekannt und wenn wir die Bedürfnisse der BürgerInnen ernst nehmen, muss dieser unterbunden werden. Im Alltag, jenseits großer Ereignisse, werden solche Einschränkungen nur gezielt auf kleinere Gruppen angewendet. Hier wird deutlich, dass der Schritt hin zur Gesamtbevölkerung kein großer ist.
Warum braucht Freiburg eine Grüne Alternative?
Verfasst von gaf am 9. September 2011 - 13:05
Wahlplakat 2009Wer sind die grünsten Grünen in Freiburg? Das wollen Bündnis 90/Die Grünen nun ein Gericht klären lassen und der GAF das Wort "grün" verbieten. Gute Frage eigentlich, wer oder was grün ist in der Green City. Sind es die, die seit sie regieren, eine lange Liste von gewaltsamen Räumungen alternativer Wohnprojekte vorzuweisen haben? Die, die tatsächlich noch 2010 abgelehnt haben, die Badenova atomstromfrei zu betreiben? Die, die Millionen für einen ökologisch unsinnigen Stadttunnel vergraben? Die, die kein Sozialticket wollen, weil man (auch Alte und Kranke bei Wind und Wetter) doch einfach Rad fahren kann?
Wir finden, es gibt weder ein Monopol auf das Wort grün, noch haben sich die Freiburger Bündnisgrünen in den letzten Jahren als besonders grün dargestellt. Im Gegenteil: eskalierende Polizeitaktik, Verdrängung sogenannter Randgruppen aus der Innenstadt, Prunkbauten statt bezahlbarem Wohnraum, überteuerte Kinderbetreuung und vieles mehr schreien geradezu nach einer Grünen Alternative in Freiburg.
Das sahen die Wählerinnen und Wähler 2009 auch so und haben die GAF als alternative grüne Gruppierung in den Gemeinderat gewählt. Wir hoffen darauf, dass die Vernunft siegt und Politik in Zukunft wieder im Freiburger Gemeinderat stattfindet und nicht vor Gericht.
Eingeschränkte Kooperation mit der Sonderkommission Vauban - Wohnpolitik ist wichtig für Freiburg
Verfasst von gaf am 2. September 2011 - 12:06Derzeit wird weiter über die Folgen der Räumung des M1-Geländes im Vauban diskutiert. Beinahe täglich werden neue Berichte bekannt über Ungereimtheiten, sei es seitens der Polizei oder diffuser „linker Gruppierungen“.
Unter diesen Umständen haben wir beschlossen, nur eingeschränkt mit der vom Staatsschutz geleiteten Sonderkommission Vauban zusammenzuarbeiten. „Wir werden ihr Beweise und Aussagen zukommen lassen, die Übergriffe seitens der PolizeibeamtInnen bestätigen, aber für Verhöre nicht zur Verfügung stehen“, so Coinneach McCabe, der bei der Räumung des M1-Geländes vor Ort war.
Er fügt an: „Wir haben stets die Einrichtung einer unabhängigen Instanz zur Untersuchung polizeilicher Einsätze gefordert, wie dies auch von Amnesty International vertreten wird. Dies ist sehr notwendig, da die Polizei in Freiburg derzeit definitiv eine politisch mitwirkende Kraft ist.“
Namensstreit vor dem Landgericht - Bündnis 90/Die Grünen suchen gerichtliche statt politische Auseinandersetzung
Verfasst von gaf am 26. August 2011 - 13:50
Grüne Alternative gehören zu vielfältiger Politiklandschaft
Die gemeinderätliche Gruppe Grüne Alternative Freiburg wird nun tatsächlich von Bündnis 90/Die Grünen wegen der angeblich widerrechtlichen Verwendung eines Teils ihres Namens verklagt.
Bündnis 90/Die Grünen möchte erreichen, dass ein Gericht es der Grünen Alternative Freiburg unter Androhung von 250.000€ Bußgeld oder Ordnungshaft untersagt, „ das Wort „Grüne“ oder „grün“ einschließlich aller Deklinationsformen und das entsprechende Abkürzungszeichen „G“ [so wörtlich die Klageschrift]“ zu verwenden.
„Es ist für uns nach wie vor unverständlich, warum Bündnis 90/Die Grünen es nötig findet, ein Monopol über den Begriff „grün“, ausgerechnet in Green City, zu beanspruchen. Und dabei sogar mit Freiheitsentzug droht“ wundert sich Monika Stein (Stadträtin und Mitglied des Beirats der JVA Freiburg).
Eine politische Lösung bleibt abzuwarten
Verfasst von gaf am 12. August 2011 - 17:08Die Räumung des M1-Geländes im Stadtteil Vauban hat letzte Woche eine Lawine an Beschuldigungen und Behauptungen losgetreten.
Ziel dieser schien es zu sein, die vorherigen Meldungen von Tag zu Tag an Brisanz zu übertreffen.
So kam es während der Woche zu „bürgerkriegsähnlichen“ Zuständen, bei denen Molotowcocktails auf Feuerwehrbeamte geworfen und mit Leuchtspurmunition (diese wird üblicherweise mit Maschinengewehren abgefeuert) auf Polizeiwagen geschossen worden sein soll.
Diese Ereignisse fanden selbstverständlich nicht statt. Aber eine Atmosphäre der Angst hat sich trotzdem verbreitet. Wir fordern, nach wie vor, dass die Ereignisse vor, während und nach der Räumung aufgeklärt werden und die teilweise irreführende Berichterstattung richtig gestellt wird.
Die sich eingeschlichene Inflation in Begrifflichkeiten ist für die politische Diskussion sehr kontraproduktiv. Sie hat zu Polarisierung geführt, und dafür gesorgt, dass sehr viele Emotionen hochgekocht sind, die nicht so leicht wieder abzukühlen sein werden.
Wir befinden uns nach wie vor in einer politischen Debatte, und politische Debatten benötigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Wir fordern daher, dass alle Beteiligten ihre Gesprächsbereitschaft aufrecht erhalten. Politische Partizipation ist nur durch Dialoge möglich.
Behauptung von „massiver Gewalt“ aus der Luft gegriffen
Verfasst von gaf am 4. August 2011 - 14:25
Rolle der Polizei zweifelhaft - Politische Lösung statt Hetze
Am Mittwochmorgen erlebte Freiburg einen riesigen Polizeieinsatz zur Räumung des besetzten Wagenplatzes auf dem M1 Gelände. Nun wird massiv versucht die Geschehnisse im Vorfeld der Räumung dafür zu nutzen, Stimmung gegen die ehemaligen BewohnerInnen zu machen. Die Geschehnisse in der Nacht vor der Räumung werden dabei krass übertrieben geschildert, zum Teil sogar verfälscht dargestellt.
Die Vauban sei „von einer Welle der Gewalt überrollt“ worden – so die Polizei. Mehrere Menschen seien durch „massive Gewalt“ der links-autonomen Szene verletzt worden, unter anderen sollen Feuerwehrleute mit Molotowcocktails beworfen seien.
Nur einen Tag nach der Räumung steht fest: Kein Molotowcocktail wurde geworfen und auch sonst herrscht viel Unklarheit: „Wir begrüßen eine Aufklärung der noch offenen Fragen, diese muss nüchtern angegangen werden und darf nicht zur Diskreditierung von Menschen missbraucht werden“ betont Monika Stein.
Wer sich gegen den Willen des OB stellt ...
Verfasst von gaf am 14. Juli 2011 - 10:47Der Situation beim M1-Gelände spitzt sich zu: Ende dieses Monats erwarten wir ein großes Polizeiaufgebot, um den Willen des Rathauses durchzudrücken. Beim M1-Gelände zeigen sich zwei Konfliktpunkte: Der Unmut über die Platzgestaltung und das Thema Wagenplätze in Freiburg. Trotz Gesprächsbereitschaft und Bürgerbeteiligung soll alles so gestaltet werden, wie es sich die Rathausspitze immer vorgestellt hat. Hier wird nochmals deutlich, dass Bürgerbeteiligung nicht ernst genommen wird und Versprechen nicht eingehalten werden.
Am deutlichsten wird dies bei der Wagenplatz-Politik. Im Jahr 2006 hat sich die Stadt dazu verpflichtet, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit alternativen Wohnformen in Freiburg beschäftigt, unter anderem mit Wagenkollektiven. Trotz einer wiederholten Zusage 2010 hat diese Arbeitsgruppe nie getagt.
Hier wird Bürgerbeteiligung zum Possenspiel, Mitbestimmung wird nur scheinbar in Betracht gezogen und Versprechen nicht eingehalten. Wer am Ende nicht resigniert hat, wird sich dann mit der „OrdnungsMacht“ konfrontiert sehen.
Die Bürgerinnen und Bürger lernen daraus, dass wer sich gegen den Willen des Rathauses stellt, damit rechnen muss, von diesem überrollt zu werden.
Offener Brief an den Oberbürgermeister zum Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv „Kommando Rhino“
Verfasst von gaf am 14. Juli 2011 - 10:15
Freiburger Straßenpunx geräumt (2006)Sehr
geehrter Herr Oberbürgermeister, im
Jahre 2006 hat sich die Stadtverwaltung verpflichtet, eine
Arbeitsgruppe zum Thema „Alternatives Leben Wohnen“ einzurichten.
Diese Arbeitsgruppe wurde durch die „Schattenparker“ im Jahre
2006 erkämpft.
Die Einrichtung dieser Gruppe wurde erneut im Januar 2010 versprochen (siehe Anhang).
Ebenso wurde zugesagt: „Die Gemeinderatsfraktionen und Gruppierungen werden über die Arbeit der Arbeitsgruppe unterrichtet.“
Bis heute haben wir keinen Bericht von dieser Gruppe erhalten, was darauf schließen lässt, dass diese Arbeitsgruppe nie existiert bzw. nie ihre Arbeit aufgenommen hat.
Das finden wir außerordentlich bedauerlich, weil es uns die Möglichkeit gegeben hätte, in Ruhe diesen Themenbereich anzuschauen.
Der Papst kommt nach Freiburg – welches Recht gilt dann?
Verfasst von StefanieH am 4. Juli 2011 - 11:40Wenn hochkarätiger Besuch kommt, müssen die BewohnerInnen Freiburgs Einschränkungen in Kauf nehmen. Beim Deutsch-Französischen Gipfel letztes Jahr wurden viele Menschen daran gehindert, in die Innenstadt zu kommen oder auch nur von einem Ende zum anderen Ende der Stadt zu gelangen. Bewegungseinschränkungen wie auch Einschränkungen der freien Meinungsäußerung wurden durchgesetzt. Was wir damals schon unverhältnismäßig fanden, wird nun getoppt.
PolizistInnen ohne Grenzen
Verfasst von gaf am 4. April 2011 - 10:47Versammlungsbehörde handelt rechtswidrig
Beschlagnahme von Instrumenten während des Deutsch-Französischen Gipfels: Foto : casse toi alors pauvre con. ccDas Amt für Öffentliche Ordnung hat beim Deutsch-Französischen Gipfel auf eklatante Weise rechtswidrig gehandelt, das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen Alternative Freiburg hervor. Angeblich wären „Auflagen […] im üblichen Rahmen erteilt“ worden. Monika Stein meint dazu: „Offenkundig hat das Amt für Öffentliche Ordnung nicht verstanden, dass Auflagen nur in begründeten Einzellfällen erlassen werden dürfen. So disqualifiziert sich dieses Amt als zuständige Versammlungsbehörde.“
Laut Gesetzeslage sollten Versammlungen grundsätzlich auflagenfrei sein.
Durch die Anfrage wurde des Weiteren die Situation der politischen Sambagruppe Sam¡Basta! thematisiert. Nach Angaben der Verwaltung habe es sich bei der Aktion um eine Versammlung gehandelt. Eine Auflösung dieser Versammlung ist, bevor es zu einer Einkesslung kam, nicht erfolgt. „Nicht nur der vorgeschobene Beschlagnahmungsgrund, Körperverletzung durch Musik, sondern auch, dass eine anerkannte Versammlung eingekesselt wurde, ist skandalös,“ so Coinneach McCabe.
