Bildung
Ein zögerlicher Oberbürgermeister schwächt die Freiburger Ganztagsschulen
Verfasst von gaf am 19. Februar 2010 - 14:39Unabhängige Listen Linke Liste - Solidarische Stadt + Kulturliste + Unabhängige Frauen Freiburg www.unabhaengige-listen-freiburg.de
|
Grüne
Alternative Freiburg
|
Seit
letzte Woche bekannt wurde, dass das Kultusministerium plant, an
Ganztagsschulen in Baden-Württemberg LehrerInnenstunden zu kürzen,
ist der Unmut in Politik und Fachkreisen groß. Auch Freiburger
Schulen sind betroffen. Umso mehr verwundert es, dass Freiburgs
Oberbürgermeister einen Protestbrief seiner AmtskollegInnen an
Kultusminister Rau nicht mit unterschrieben hat, in dem auf die
pädagogische Kurzsichtigkeit hingewiesen und die Rücknahme der
Kürzung gefordert wird.
"Die Schulen in Freiburg haben es verdient, dass ihre anstrengende Arbeit politisch unterstützt wird, indem sich die Verwaltungsspitze hinter sie stellt und in Stuttgart gegen diese unsinnigen Pläne protestiert", so Irene Vogel.
„Über alle politischen Lager hinweg ist mittlerweile anerkannt, dass Kürzungen im Bildungsbereich der völlig falsche Weg sind um Geld einzusparen, zumal sie die Zukunftschancen der künftigen Generationen verschlechtern. Damit schlägt Baden- Württemberg einen Rückwärtsgang ein“, so Monika Stein.
Die StadträtInnen der Unabhängigen Listen und der Grünen Alternative Freiburg fordern vom Oberbürgermeister entschiedenen Protest gegen diese kurzsichtigen Pläne, die den Ganztagsschulen ein sinnvolles pädagogisches Arbeiten vollkommen unnötig noch weiter erschweren werden. Vielmehr sollte die Regierung Baden-Württembergs aufgerufen werden, durch endlich genügende Ausstattung von (Ganztags-)Schulen eine Unterrichtsversorgung zu ermöglichen, die allen am Schulleben beteiligten Personen ein gutes und erfolgreiches Arbeiten ermöglicht.
Werkrealschule ist keine Lösung
Verfasst von gaf am 10. Januar 2010 - 13:03Das dreigliedrige Schulsystem ist zum großen Teil verantwortlich für den Mangel an Chancengleichheit im Bildungssystem und damit in unserer Gesellschaft. Wenn wir tatsächlich Chancengleichheit wollen, sollten wir das Schulsystem verändern.
Das Projekt „Werkrealschulen“ allerdings setzt auf weitere Selektion, was zur Folge haben wird, dass der Hauptschulabschluss noch weiter abgewertet wird. So werden schwache SchülerInnen nicht gefördert, sondern im Gegenteil noch stärker als zuvor stigmatisiert.
Der „Werkrealschulabschluss“ suggeriert einen höheren Bildungsgrad als ein Hauptschulabschluss, dem Namen nach gleichgestellt mit einem Realschulabschluss, was aber nicht der Fall ist und es stellt sich die Frage, was es den SchülerInnen und der Gesellschaft nützt, wenn wir noch einen weiteren Schulabschluss auf den Weg bringen.
Wenn wir Chancengleichheit ernst meinen, dann sollten wir alle SchülerInnen fördern und das kann schon mit einfachen Lösungen passieren, wie z.B. kleinere Klassen, Schulsozialarbeit und stärkere Betreuung schwächerer SchülerInnen.
Das Projekt Werkrealschule verstärkt das dreigliedrige Schulsystems allerdings nur und damit die Chancenungleichheit.
Kitas müssen bezahlbar sein
Verfasst von gaf am 2. Dezember 2009 - 14:18Der Gemeinderat stimmte am 01.12.09 mehrheitlich dafür, die Elternbeiträge in städtischen Kindertageseinrichtungen zu erhöhen und damit auch eine Empfehlung für nicht städtische Einrichtungen zu geben. Diese Entscheidung war falsch.
Die Argumentation besteht darin, dass es notwendig ist, die Beiträge zu erhöhen, damit die Qualität steigt. Außerdem würde die Empfehlungen vom Städtetag, dass 20% der Kosten von Eltern gedeckt werden sollen, sogar mit 0,8% unterboten.
Wir müssen die Standards in Kitas verbessern, aber die Erziehungsberechtigten stärker zu belasten, kann nicht die Lösung sein und ist ein Schritt in die falsche Richtung. Der Gemeinderat hat die Finanzierung beschlossen, ohne pädagogische Konzepte zu berücksichtigen und die Eltern werden zur Kasse gebeten, ohne dass ein Konzept für die Qualitätsverbesserung vorliegt.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, soziales Engagement sowie die Möglichkeit, dass Kinder in einem für sie positiven Umfeld aufwachsen, sind in unserer Gesellschaft Ziele, die wir auch fördern müssen. Uns sollte klar sein, dass wir, wenn wir an dieser Stelle sparen statt zu investieren, die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder behindern und das Engagement der Erziehungsberechtigten nicht genügend würdigen.
