Pressemitteilung zur Räumung des ehemaligen Jugendzentrums Z

Stadtverwaltung sollte deeskalierende Wege beschreiten

Unnötige Brutaltät und Härte der Polizei

Andere Lösungen sind notwendig und möglich

Dass das ehemalige Z seit langem leer steht, ist vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Freiburg ein andauernder Dorn im Auge. Dies gerade auch, weil unkommerzielle Freiräume knapp sind. Diese Situation ist nicht erst seit dem Besuch einer Gruppe bei der Gemeinderatssitzung am 14.12.2010 bekannt.

Dass die Spannungen zur Zeit unüberwindbar sind, liegt nicht nur an der zeitlichen Verzögerung seitens der Stadt, sondern auch zu großen Teilen an einer Verwaltungslogik, die dringend an die Realität angepasst werden muss.
Es ist deswegen sehr bedauerlich, dass die Stadt Freiburg keine Vorgehensweise dafür hat, falls es, wie gestern, zu einer wiederholten Besetzung kommt. Die Stadtverwaltung stellte reflexartig Strafantrag, was zwangsläufig zur Räumung und der Möglichkeit zur Feststellung der Personalien führte.

Wir finden es dabei sehr bedauerlich, dass der Polizei nicht zugetraut werden kann, diese Aufgabe friedlich durchzuführen. „Hauptverantwortlich ist aber die Stadt. Das Jugendamt sollte versuchen, Konflikte mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewaltfrei zu lösen, auch wenn sie, wie in diesem Fall, ein legitimes Bedürfnis unkonventionell äußern“, sagt Monika Stein.
Der darauf folgende Einsatz der Polizei während bzw. nach der Besetzung des ehemaligen Jugendzentrums Z war von unnötiger Gewalt geprägt.

Es kam zu mehreren Verletzungen. Besonders hervorzuheben ist mindestens eine Kopfverletzung durch Schlagstockeinsatz. „Wir müssen uns zum wiederholten Mal über eine erhöhte Gewaltbereitschaft seitens der Polizei beschweren. Die Anwendung von Gewalt sollte nicht die Standard-Maßnahme sein, um wahrgenommene Störungen zu beseitigen“, so Coinneach McCabe.


Und abschließend meinen die StadträtInnen der GAF: „ Die Stadtverwaltung kann es schaffen, diese Räume Jugendlichen und jungen Erwachsenen bald wieder zugänglich zu machen.“