Max John: Falsche Prioritäten

Unbeholfen: Das könnte als Beschreibung dafür dienen, wie die Stadt Freiburg mit den Umständen um das Bild „Max John“ von Otto Dix umgegangen ist. Das wäre der Fall, wenn dieses „Missverständnis“ bezüglich dieses Bildes zu den alltäglichen Missverständnissen gehören würde, aber das ist nicht der Fall.

Das Otto Dix Gemälde gehört zu den Kunstwerken, die während der NS-Zeit jüdischen Eigentümern „abgekauft“ wurden, de facto handelte es sich aber um Enteignung. Zweifelsfrei ist dieses Bild für Freiburg wichtig, aber es wäre nie so in den Besitz Freiburgs gelangt, wäre die Geschichte anders verlaufen.

Es ist daher nicht weithergeholt, zu sagen, dass in diesem Fall die Stadt Freiburg von der NS-Zeit profitiert hat. Daher wäre es zu erwarten gewesen, dass dieser Umstand ausreichend reflektiert und ein würdiger Umgang hier gefunden worden wäre. Statt dessen werden Wahrscheinlichkeiten für die Tatsache, dass es sich hierbei um NS-Raubkunst handelt abgeschätzt.

Die Priorität sollte aber nicht sein, das Bild weiterhin zu besitzen, sondern die Aufarbeitung von und der Umgang mit vergangenen Verbrechen, ansonsten werden die Bemühungen um eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ad absurdum geführt.

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