Wonnhalde 1a
Die Geschichte dieses Hauses spiegelt die allgemeine Wohnungspolitik in Freiburg wider. Ende der 80er Jahre wurde dieses Haus von der Stadt Freiburg gekauft, um es privatwirtschaftlichen Spekulationen zu entziehen und Wohnraum für junge Menschen zu schaffen. Seitdem lässt die Stadt dieses Haus, das in einem maroden Zustand ist, verfallen. Anfangs war sie relativ offen gegenüber einer möglichen Genossenschaft, was sich aber verändert hat. Die Erkenntnis kam, dass die Stadtverwaltung selbst mit diesem Grundstück spekulieren könnte, denn das Grundstück ist einiges wert.
Doch die MieterInnen weigern sich, sich dieser neuen Prioritätensetzung unterzuordnen. Daher muss die Stadt ihre MieterInnen loswerden. Die neue Strategie ist perfide: Genau dieses Haus würde für Flüchtlinge benötigt. Dieses Gebäude passt auch zum traditionellen Muster der Wohnheime: Ein marodes Gebäude am Stadtrand.
Dass die Stadt nicht die Absicht hat, dieses Gebäude langfristig zu behalten, wird daran deutlich, dass die bauliche Substanz nicht verbessert werden soll.
Hier wird sichtbar, dass die Stadt zum Spekulanten geworden ist und damit zu dem, was sie früher verhindern wollte.
