Wem nützt das präventive „Gruppentrinkverbot“?
Unsere Stadt gibt sich viele Etiketten, auch das der „offenen Stadt“. Doch für wen ist Freiburg „offen“?
Durch die Polizeiverordnung können Menschen von öffentlichen Plätzen vertrieben werden, die dort Alkohol konsumieren und dadurch die öffentliche Ordnung stören könnten. Diese Verordnung betrifft vor allem Obdachlose und Suchtkranke, häufig Menschen, die auf Beratungs-, Hilfs- oder Unterstützungsangebote angewiesen sind, und führt dazu, dass die Anlaufstellen von diesen schlechter erreicht werden können.
Beunruhigend ist, dass das Amt für öffentliche Ordnung meint, die Bänke auf dem Stühlinger Kirchplatz sollen „insbesondere den älteren Quartiersbewohnern und Kirchenbesuchern zum verweilenden Aufenthalt dienen“.
Unsere Vorstellung von einer offenen Stadt ist aber die, dass sich in einem öffentlichen Park alle erholen können sollte – die älteren QuartiersbewohnerInnen ebenso wie auch Eltern mit Kindern, Wohnungslose, junge Studierende usw. Niemanden sollte der Aufenthalt unangenehm oder unmöglich gemacht werden. Das sollte unser Ziel sein – nicht die Entfernung von Personen, die stören könnten.

" Z' Friburg in der Stadt - Suufer isch's un glatt " ...
Reglementierungen auch an anderer Stelle für eine saubere, 'ordentliche' Innenstadt (mit einem Video von "TV Südbaden" ) :
Quelle: TV Südbaden
http://www.tv-suedbaden.de/default.aspx?ID=2107&showNews=431065&showArchiv=1&aktMonat=4&aktJahr=2009&aktWoche=4
Wo sind eigentlich die bunt gemischten Marktstände vom "Kartoffelmarkt" abgeblieben, die einstmals "nur vorübergehend" aus dem 'Stadtbild' entfernt wurden ?
Ausnahmsweise (versprochen !!!) ein wenig 'Heimatdichtung':
dagegen in einer anderen Strophe:
Quelle: Staufen-im-Breisgau.de http://www.staufen-im-breisgau.de/johann-peter-hebel.html
Für mich stellt hier Johann Peter Hebel das 'saubere', sterile und reiche Freiburg dem fröhlichen, lebendigen, ländlichen Staufen gegenüber; die Freiburger missverstehen diese Kritik jedoch bis zum heutigen Tage - zum Leidwesen der "Lustbarkait".
Und hier der Versuch einer (wörtlichen) 'Übersetzung' vom 'Alemannischen' ins 'Hochdeutsche':
*) Unter "glatt" versteht die Alt-Freiburgerin, Frau Gabriele Fahr, eine Vergleichs- bzw. Steigerungsform von "sauber"; meine Freundin Birgit würde es mit dem negativ besetzten "geschleckt" übersetzen ...