Kultur

Wie viel ist „der Papst“ Besuch wert

Kostenexplosion und Intransparenz

Nächsten Monat wird das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in Freiburg erwartet. Der gegenwärtige Besuch von Herrn Ratzinger hat in Spanien zu großen Ausschreitungen geführt, die an die Szenen Anfang des Monats im Vauban erinnern. In Madrid haben mehr als 100 KlerikerInnen einen Appell unterschrieben, dass der Papst fernbleibe. Einer der Gründe dafür ist die gegenwärtige Finanzlage, in der ein so teurer „Gast“ nicht angemessen sei.

In Freiburg ist die Haushaltslage auch angespannt, die ursprüngliche „Einschätzung“ der Stadt Freiburg für Kosten von 300.000 € für den städtischen Haushalt scheint jetzt unangemessen zu sein. „Wir unterstellen, dass diese Zahl bewusst niedrig gehalten wurde, im vollen Wissen, dass sie nicht eingehalten werden würde.“ bemängelt Monika Stein. In dieser Kostenschätzung waren z.B Personalkosten nicht vorhanden.

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Eine politische Lösung bleibt abzuwarten

Die Räumung des M1-Geländes im Stadtteil Vauban hat letzte Woche eine Lawine an Beschuldigungen und Behauptungen losgetreten.
Ziel dieser schien es zu sein, die vorherigen Meldungen von Tag zu Tag an Brisanz zu übertreffen.
So kam es während der Woche zu „bürgerkriegsähnlichen“ Zuständen, bei denen Molotowcocktails  auf Feuerwehrbeamte geworfen und mit Leuchtspurmunition (diese wird üblicherweise mit Maschinengewehren abgefeuert) auf Polizeiwagen geschossen worden sein soll.

Diese Ereignisse fanden selbstverständlich nicht statt. Aber eine Atmosphäre der Angst hat sich trotzdem verbreitet. Wir fordern, nach wie vor, dass die Ereignisse vor, während und nach der Räumung aufgeklärt werden und die teilweise irreführende Berichterstattung richtig gestellt wird.
Die sich eingeschlichene Inflation in Begrifflichkeiten ist für die politische Diskussion sehr kontraproduktiv. Sie hat zu Polarisierung geführt, und dafür gesorgt, dass sehr viele Emotionen hochgekocht sind, die nicht so leicht wieder abzukühlen sein werden.


Wir befinden uns nach wie vor in einer politischen Debatte, und politische Debatten benötigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Wir fordern daher, dass alle Beteiligten ihre Gesprächsbereitschaft aufrecht erhalten. Politische Partizipation ist nur durch Dialoge möglich.

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rhinoo

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Behauptung von „massiver Gewalt“ aus der Luft gegriffen

Rolle der Polizei zweifelhaft - Politische Lösung statt Hetze
Am Mittwochmorgen erlebte Freiburg einen riesigen Polizeieinsatz zur Räumung des besetzten Wagenplatzes auf dem M1 Gelände. Nun wird massiv versucht die Geschehnisse im Vorfeld der Räumung dafür zu nutzen, Stimmung gegen die ehemaligen BewohnerInnen zu machen. Die  Geschehnisse in der Nacht vor der Räumung werden dabei krass übertrieben geschildert, zum Teil sogar verfälscht dargestellt.

Die Vauban sei „von einer Welle der Gewalt überrollt“ worden – so die Polizei. Mehrere Menschen seien durch „massive Gewalt“ der links-autonomen Szene verletzt worden, unter anderen sollen Feuerwehrleute mit Molotowcocktails beworfen seien. 

Nur einen Tag nach der Räumung steht fest: Kein Molotowcocktail wurde geworfen und auch sonst herrscht viel Unklarheit: „Wir begrüßen eine Aufklärung der noch offenen Fragen, diese muss nüchtern angegangen werden und darf nicht zur Diskreditierung von Menschen missbraucht werden“ betont Monika Stein.

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Wer sich gegen den Willen des OB stellt ...

Der Situation beim M1-Gelände spitzt sich zu: Ende dieses Monats erwarten wir ein großes Polizeiaufgebot, um den Willen des Rathauses durchzudrücken. Beim M1-Gelände zeigen sich zwei Konfliktpunkte: Der Unmut über die Platzgestaltung und das Thema Wagenplätze in Freiburg. Trotz Gesprächsbereitschaft und Bürgerbeteiligung soll alles so gestaltet werden, wie es sich die Rathausspitze immer vorgestellt hat. Hier wird nochmals deutlich, dass Bürgerbeteiligung nicht ernst genommen wird und Versprechen nicht eingehalten werden.

Am deutlichsten wird dies bei der Wagenplatz-Politik. Im Jahr 2006 hat sich die Stadt dazu verpflichtet, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit alternativen Wohnformen in Freiburg beschäftigt, unter anderem mit Wagenkollektiven. Trotz einer wiederholten Zusage 2010 hat diese Arbeitsgruppe nie getagt.

Hier wird Bürgerbeteiligung zum Possenspiel, Mitbestimmung wird nur scheinbar in Betracht gezogen und Versprechen nicht eingehalten. Wer am Ende nicht resigniert hat, wird sich dann mit der „OrdnungsMacht“ konfrontiert sehen.
Die Bürgerinnen und Bürger lernen daraus, dass wer sich gegen den Willen des Rathauses stellt, damit rechnen muss, von diesem überrollt zu werden.

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Offener Brief an den Oberbürgermeister zum Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv „Kommando Rhino“

 

Freiburger Straßenpunx geräumt (2006)Freiburger Straßenpunx geräumt (2006)Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, im Jahre 2006 hat sich die Stadtverwaltung verpflichtet, eine Arbeitsgruppe zum Thema „Alternatives Leben Wohnen“ einzurichten. Diese Arbeitsgruppe wurde durch die „Schattenparker“ im Jahre 2006 erkämpft.

Die Einrichtung dieser Gruppe wurde erneut im Januar 2010 versprochen (siehe Anhang).

Ebenso wurde zugesagt: „Die Gemeinderatsfraktionen und Gruppierungen werden über die Arbeit der Arbeitsgruppe unterrichtet.“

Bis heute haben wir keinen Bericht von dieser Gruppe erhalten, was darauf schließen lässt, dass diese Arbeitsgruppe nie existiert bzw. nie ihre Arbeit aufgenommen hat.

Das finden wir außerordentlich bedauerlich, weil es uns die Möglichkeit gegeben hätte, in Ruhe diesen Themenbereich anzuschauen.

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Die Frage nach den Idealen

Wie soll Freiburg im Jahr 2020 aussehen?Wie soll Freiburg im Jahr 2020 aussehen?(Aus der Badische Zeitung-Serie (IX): Kulturhauptstadt Freiburg 2020 — Für und Wider)

Soll Freiburg — und damit die Regio — in den Wettbewerb um die nächste europäische Kulturhauptstadt, mutmaßlich 2020, eintreten? Das Für und Wider wägen die politischen Vertreter in einer Reihe von Gastbeiträgen in der BZ ab. In unserer vorletzten Folge ist die Grüne Alternative Freiburg an der Reihe.


Freiburg hat über die Jahre hinweg die eine oder andere Auszeichnung bekommen. Die Fragen, die sich dazu stellen, sind folgende: Braucht sich Freiburg überhaupt noch als Kulturhauptstadt zu bewerben? Wird durch eine Bewerbung eine bessere Stadt entstehen? Die Antwort auf diese beiden Fragen ist nicht zwangsläufig Ja, denn es ist eine Frage der Leitlinie, nämlich wie diese Bewerbung ausgerichtet sein wird.

Die Bewerbung birgt Risiken, aber auch Chancen. Wir sehen in der Bewerbung die Möglichkeit, die Frage zu stellen, in was für einer Stadt wir leben wollen. Wie wird Freiburg 2020 sein und welche Ideale wollen wir für das gesellschaftliche Leben anstreben. Der Begriff der Kultur ist ein vielfältiger und sollte auch nicht auf wenige Formen eingeengt werden. Als Beispiel zur Verdeutlichung kann man das Thema Nachhaltigkeit anführen: In Freiburg wird viel über Nachhaltigkeit diskutiert, aber diese Diskussionen werden in der Regel nicht über unsere Abhängigkeit von Ressourcen hinaus geführt. Der Begriff wurde verengt und auf diese eine Komponente reduziert. Wir sollten Verengungen aufbrechen und uns Fragen stellen, die uns erlauben, weiterführend zu denken.

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Finanzierung der Kulturszene

Wallgraben : Streichung des Zuschusses

Es ist die Standardvorgehensweise im städtischen Haushalt, ein ritualisiertes Verhalten, das alle 2 Jahre vorkommt. Zuschussanträge werden an die städtische Verwaltung gestellt, die Verwaltung erarbeitet einen Vorschlag und dann fällt der Gemeinderat ein Urteil.
Häufig werden Anträge als eine Bitte bzw. Forderung für private Projekte betrachtet, statt diese als das zu betrachten, was sie sind: Die Finanzierung eines Auftrags im Interesse der Öffentlichkeit. Das ist besonders im Kulturbereich der Fall, der häufig als Luxus und guter Ort zum Sparen betrachtet wird. „Es gilt hier, dass Einrichtung zwar langsam erdrosselt werden dürfen und man einfach zuschaut, während die Lichter ausgehen, aber Schließung! – das ist barbarisches Banausentum – eine handwerkliche Grobheit“, sagt Coinneach McCabe.

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Pressemitteilung zur Räumung des ehemaligen Jugendzentrums Z

Stadtverwaltung sollte deeskalierende Wege beschreiten

Unnötige Brutaltät und Härte der Polizei

Andere Lösungen sind notwendig und möglich

Dass das ehemalige Z seit langem leer steht, ist vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Freiburg ein andauernder Dorn im Auge. Dies gerade auch, weil unkommerzielle Freiräume knapp sind. Diese Situation ist nicht erst seit dem Besuch einer Gruppe bei der Gemeinderatssitzung am 14.12.2010 bekannt.

Dass die Spannungen zur Zeit unüberwindbar sind, liegt nicht nur an der zeitlichen Verzögerung seitens der Stadt, sondern auch zu großen Teilen an einer Verwaltungslogik, die dringend an die Realität angepasst werden muss.
Es ist deswegen sehr bedauerlich, dass die Stadt Freiburg keine Vorgehensweise dafür hat, falls es, wie gestern, zu einer wiederholten Besetzung kommt. Die Stadtverwaltung stellte reflexartig Strafantrag, was zwangsläufig zur Räumung und der Möglichkeit zur Feststellung der Personalien führte.

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Max John: Falsche Prioritäten

Unbeholfen: Das könnte als Beschreibung dafür dienen, wie die Stadt Freiburg mit den Umständen um das Bild „Max John“ von Otto Dix umgegangen ist. Das wäre der Fall, wenn dieses „Missverständnis“ bezüglich dieses Bildes zu den alltäglichen Missverständnissen gehören würde, aber das ist nicht der Fall.

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Jugendzentrum Ex-„Z“

Die Besetzung des seit geraumer Zeit leer stehenden ehemaligen Jugendzentrums “Z” am Siegesdenkmal hat die Situation dieser Einrichtung wieder in die öffentliche Wahrnehmung gerückt.

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Über Konventionen hinaus denken

Der Wald in Freiburg ist ein wichtiges Merkmal der Stadt und macht 42% der Fläche des Stadtgebietes aus. Der größte Teil wird von der Stadt Freiburg verwaltet, daher ist Freiburg eine der großen waldbesitzenden Kommunen in Deutschland. Wir nehmen den Wald am ehesten wegen seiner sozialen und kulturellen Bedeutung wahr, aber er hat auch einen ökologischen und ökonomischen Wert für die Stadt. Diese verschiedenen Aspekte stehen manchmal im Widerspruch zueinander, der über die Waldkonvention zu regeln versucht wird.

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Lebensqualität von Menschen mit Behinderung verbessern

Der diesjährige Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung steht unter dem Motto "Inklusion - Dabei sein! Von Anfang an". Protesttag, weil auf vorhandene Missstände aufmerksam gemacht werden soll, die dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen immer noch auf Barrieren stoßen, die ihnen die Teilhabe am öffentlichen Leben erschweren oder diese ganz ausschließen.

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Alltäglicher Antisemitismus

In letzter Zeit mussten wir uns noch Mal die Frage über die Sensibilität gegenüber Antisemitismus in der Gesellschaft stellen. Bezogen auf die NS-Vergangenheit oder Neonazigruppen wird der Bezug schnell hergestellt und verstanden, aber wenn diese Diskriminierungsform im Alltag auftaucht, wird die Wahrnehmung trüb.

Im Umgang mit dem Gemälde „Max John“ hat die Stadt wenig Sensibilität erkennen lassen und ein beschämendes Verhalten an den Tag gelegt, als es darum ging, ihr unrechtmäßig erworbenes Eigentum zu schützen.

Ein anderes Beispiel der jüngsten Zeit ist die Kundgebung der AnhängerInnen der Pius-Bruderschaft auf dem Platz der Alten Synagoge. Da dieser Bereich nicht dem Rechtsradikalismus zugeordnet wird, sondern dem religiösen Fundamentalismus, werden deren antisemitische Aspekte nicht wahrgenommen, obwohl es gut belegt ist. Eine Kundgebung auf dem Platz der Alten Synagoge sollte selbstverständlich für die Pius-Bruderschaft ausgeschlossen sein.

Die Stadtverwaltung sollte eine Vorbildfunktion in der Bekämpfung von Vorurteilen übernehmen. Dafür ist es notwendig, dass die nötige Sensibilität entsteht, um antisemitische Tendenzen auch dort zu erkennen, wo kein Schild darauf hinweist.

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