Flüchtlingspolitik
Weihnachtliche Abschiebung aus dem Standesamt
Verfasst von gaf am 16. Januar 2012 - 11:18
Kurz vor Weihnachten wollte in Freiburg ein binationales Paar seine Eheschließung beantragen. Doch im Standesamt wurde die Braut verhaftet, in Handschellen abgeführt und sitzt seitdem im Gefängnis in Schwäbisch Gmünd, wo sie niemanden kennt.
Die Abschiebung ins Kosovo würde bei einer Person, die ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg hat, nicht stattfinden, weil die grünrote Landesregierung aus humanitären Gründen dorthin keine Abschiebungen vornimmt. Zur „Amtshilfe“ ist sie sich leider offensichtlich nicht zu schade, weshalb die Mutter von 4 Kindern, die seit knapp 20 Jahren bestens integriert in Deutschland lebt, seit Wochen in Haft sitzt. Dies alles, obwohl das Brautpaar den Behörden gegenüber offen war und mit der Ausländerbehörde des Wohnsitzes der Frau „Heiratsschutz“ vereinbart hatte, was bedeutet, dass bis zu einer Eheschließung die drohende Abschiebung nicht stattfinden wird. Kurz vor Weihnachten, zu einer Zeit, in der ansonsten Friedenspflicht gelten sollte, wurde diese Vereinbarung im Freiburger Rathaus gebrochen.
Wir fordern, dass die Verwaltungsspitze sich für eine sofortige Freilassung der Braut einsetzt und das Ehepaar in Freiburg heiraten und in Zukunft mit den minderjährigen Kindern unbehelligt wohnen kann.
Wieder eine offene Stadt?
Verfasst von gaf am 19. Dezember 2011 - 15:14Es ist wieder so weit: Die Stadt Freiburg möchte das Label „Offene Stadt“ nutzen.
In mehreren Bereichen der Politik kann diese Offenheit gemessen werden. Ein Beispiel der letzten Zeit ist der städtische Umgang mit Flüchtlingen. Manche würden behaupten, dass wir mehr als unsere humanitäre Pflicht getan haben. Es stimmt, dass wir mehr getan haben, als gesetzlich verlangt wird. Die Resolution zum Schutz der langjährig hier lebenden Roma Flüchtlinge ist hierfür ein Beispiel. Aber wer die Lebensbedingungen vieler Flüchtlinge kennt, kann nicht allen Ernstes von einer humanitären Politik reden.
Offener Brief: „Viele Roma verlassen Freiburg wieder“ und unsere Anfrage vom 15.04.2010
Verfasst von gaf am 15. Juli 2010 - 13:09
Sehr geehrter Herr Bürgermeister von Kirchbach,
wir wenden uns an Sie bezüglich des Artikels in der Badischen Zeitung vom 08.07.2010 „Viele Roma verlassen Freiburg wieder“. Als erstes müssen wir Sie nochmals erinnern, dass wir am 15.04.2010 eine Anfrage zu diesem Thema gestellt haben, die noch nicht beantwortet ist. Wir sind von diesem Vorgehen enttäuscht und erwarten von Ihnen eine baldige Antwort auf diese Anfrage.
Dem BZ- Artikel ist zu entnehmen, „Die Flüchtlingswelle sei abgeebbt, nachdem die Stadt auf Sachleistungen umgestellt habe, berichtet Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach.“
Diese Aussage unterstellt, dass es für die Menschen keinen existenziellen Grund gab, hier Asyl zu suchen, und dass die Priorität das Erhalten von Bargeld sei. Dieses wird auch widergespiegelt in Kommentaren zum Artikel, ein Beispiel von vielen davon ist:
Gefährliches Spiel mit Vorurteilen
Verfasst von gaf am 26. April 2010 - 10:49In der letzten Woche wurde viel über die neuen Freiburger Roma-Flüchtlinge berichtet. Die Stadt beschwert sich, dass sie mit dieser Situation nicht zurechtkommen kann. Um ihre Umgehensweise zu rechtfertigen, erfindet sie ein detailliert ausgearbeitetes Märchen von Schleusern und illegal Einreisenden.
Das Land zieht sich darauf zurück, dass Freiburg wegen der Resolution für ein Bleiberecht für langjährige Roma selber schuld sei. Es ignoriert dabei, dass andere Städte mit Resolutionen andere Erfahrungen, hingegen Städte, die keine Resolution verabschiedet haben, ähnliche Erfahrungen wie Freiburg machen. So etwas hat Auswirkungen und bietet Rassismus einen Nährboden.
Die Situation von Menschen, die als Roma identifiziert werden, ist ohnehin besorgniserregend. Es ist eine Form der Diskriminierung, die in Europa nach wie vor sehr aktiv ist und deren Folgen, wie „Ethnische Säuberung“ und Überfälle eine deutliche Sprache sprechen. Die Probleme liegen tiefer als in einem Streit zwischen Stadt und Land, bei dem die Flüchtlinge am meisten zu verlieren haben.
Die Vorgehensweise der Stadt ist unverantwortlich und zu verurteilen. Wir brauchen dringend verantwortungsvolle Politik in diesem Bereich.
Pressemitteilung - Wohnheimverwaltung führt Abschreckungspolitik ein
Verfasst von gaf am 15. April 2010 - 11:55Sechsköpfige Familien auf 12 qm untergebracht, mangelnde sanitäre Anlagen
Gesundheitsamt benachrichtigt
Forderung nach menschenwürdigem Verhalten in der Wohnheim-Politik
Die bisherigen Verhältnisse in den Wohnheimen wurden von vielen über die Jahre hinweg kritisiert. Der Tenor war, und wurde geteilt von der Verwaltung wie auch Politik, dass die Zustände unzumutbar sind und dringend verbessert werden müssen. Zeitungsartikel und auch Briefe von Kreisen um die Wohnheime haben uns auf noch verschlechterte Zustände in den Wohnheimen aufmerksam gemacht. Durch diese Hinweise haben wir die gegenwärtigen Zustände in den Wohnheimen untersucht. Coinneach McCabe ist entsetzt: „Man weiß nicht wo mann mit der Kritik anfangen soll. Die Zustände sind schlicht abscheulich, es kann nicht sein, dass hier auf Kosten von Menschen eine inhumane Abschreckungpolitik betrieben wird.“
