Barrierefreiheit

Barrierefreiheit – Eine Stadt für alle

Das Thema Barrierefreiheit ist in den letzten Jahren immer mehr ins Bewusstsein gerückt, auch dank der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung: ältere Menschen werden einen großen Teil der Gesellschaft ausmachen und somit müssen Bedürfnisse berücksichtigt werden, die altersbedingt entstehen oder entstehen können. Der jahrzehntelange Kampf von Menschen mit Behinderungen und Verbänden, die sich für den Abbau von Barrieren einsetzen, bekommt dadurch eine deutliche Unterstützung.

Inklusion durch Exklusion

Diese Woche wurde das Green City Hotel Vauban eröffnet, von dem es heißt, es sei das  Leuchtturmprojekt in Sachen Inklusion. Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Um das zu ermöglichen, müssen Barrieren entfernt werden, die das verhindern. Barrieren nehmen viele Formen an. Es gibt sie nicht nur physikalisch, sondern auch sozial, psychologisch, kulturell oder auch finanziell.
Das Ziel von Politik sollte es ein, Barrieren zu entfernen, so dass Menschen nicht behindert werden, sondern tatsächlich freie Gestaltungsmöglichkeiten haben.

Klares Bekenntnis zur Barrierefreiheit

Die Diskussion um Barrierefreiheit ist endlich auch in Freiburg angekommen. Der Wunsch, dass alle Bereiche der Gesellschaft für so viele Menschen wie möglich zugänglich gemacht wird, ist die Kernidee der Barrierefreiheit. In der Regel wird das leider als Klientelpolitik für Menschen mit Behinderungen missverstanden. Es sollte aber selbstverständlich sein, dass gesellschaftliche Gleichberechtigung nie Klientelpolitik ist, dass die Menschen nicht behindert sind, sondern behindert werden.

Kann Green City barrierefrei?

Ein integratives und barrierefreies Hotel in Freiburg zu bauen, ist eine gute Idee. Dieses auf dem M1-Gelände errichten zu wollen hatte allerdings den Hintergrund, dass es ein nicht ablehnbares Bauprojekt ist, so dass auf einem absolut umstrittenen Gelände gebaut werden kann. Da die Nutzung des Grundstückes stark kontrovers war und keine Einigung in Bezug auf Bau und Nutzung erzielt werden konnte, wird jetzt aus dem Sozialen eine Berechtigung für die Bebauung gezogen. Das ist traurig, denn integrative Betriebe sollten entstehen, weil die Idee überzeugend und begrüßenswert ist.