Amtsblatt

Weihnachtliche Abschiebung aus dem Standesamt

 

Kurz vor Weihnachten wollte in Freiburg ein binationales Paar seine Eheschließung beantragen. Doch im Standesamt wurde die Braut verhaftet, in Handschellen abgeführt und sitzt seitdem im Gefängnis in Schwäbisch Gmünd, wo sie niemanden kennt.


Die Abschiebung ins Kosovo würde bei einer Person, die ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg hat, nicht stattfinden, weil die grünrote Landesregierung aus humanitären Gründen dorthin keine Abschiebungen vornimmt. Zur „Amtshilfe“ ist sie sich leider offensichtlich nicht zu schade, weshalb die Mutter von 4 Kindern, die seit knapp 20 Jahren bestens integriert in Deutschland lebt, seit Wochen in Haft sitzt. Dies alles, obwohl das Brautpaar den Behörden gegenüber offen war und mit der Ausländerbehörde des Wohnsitzes der Frau „Heiratsschutz“ vereinbart hatte, was bedeutet, dass bis zu einer Eheschließung die drohende Abschiebung nicht stattfinden wird. Kurz vor Weihnachten, zu einer Zeit, in der ansonsten Friedenspflicht gelten sollte, wurde diese Vereinbarung im Freiburger Rathaus gebrochen.


Wir fordern, dass die Verwaltungsspitze sich für eine sofortige Freilassung der Braut einsetzt und das Ehepaar in Freiburg heiraten und in Zukunft mit den minderjährigen Kindern unbehelligt wohnen kann.

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Wieder eine offene Stadt?

Es ist wieder so weit: Die Stadt Freiburg möchte das Label „Offene Stadt“ nutzen.
In mehreren Bereichen der Politik kann diese Offenheit gemessen werden. Ein Beispiel der letzten Zeit ist der städtische Umgang mit Flüchtlingen. Manche würden behaupten, dass wir mehr als unsere humanitäre Pflicht getan haben. Es stimmt, dass wir mehr getan haben, als gesetzlich verlangt wird. Die Resolution zum Schutz der langjährig hier lebenden Roma Flüchtlinge ist hierfür ein Beispiel. Aber wer die Lebensbedingungen vieler Flüchtlinge kennt, kann nicht allen Ernstes von einer humanitären Politik reden.

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Flächenknappheit in Freiburg


Gegenwärtig finden Diskussionen über den Flächenverbrauch in Freiburg statt, vor allem in Bezug auf Wohnraum, SC-Stadion, Flugplatz etc. Die Flächen sind knapp und Freiburg wächst. Aber Freiburg wächst nicht nur, es wird auch fortwährend aufgewertet. Der Trend führt dahin, dass Freiburg eine aufgehübschte Stadt wird, in der zu leben sich nur noch Besserverdienende leisten können: größer, attraktiver und grüner, dabei aber so beschaulich wie möglich.

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Alkopop-ulismus

Das „Alkoholverbot“ steht vor seiner Rückkehr. Als Problem wurde zwar nicht der Alkohol, sondern die Gewalt ausgemacht und nicht der Alkoholkonsum wurde verboten, sondern der Konsum außerhalb von Gaststätten. Die ursprüngliche Rechtfertigung war: Um Gewalttaten zu bekämpfen, muss das Konsumieren von Alkohol eingeschränkt werden. Und so kam es dazu, dass der Konsum außerhalb von Gaststätten verboten wurde.

Die Diskussion ufert in verschiedene Richtungen aus. Dies liegt hauptsächlich an der obigen Behauptung, Gewalt unterbinden zu können durch das Verbot, auf öffentlichen Plätzen mitgebrachten Alkohol zu konsumieren. Das allerdings löst nicht das Gewaltproblem in unserer Gesellschaft.

Auch ist der exzessive Alkoholkonsum von jüngeren Menschen, der hier ins Spiel gebracht wird, ein komplett anderes Thema als Gewalt. Viele Menschen – auch viele ältere – richten dadurch bei sich selbst wie auch bei anderen Menschen Schaden an. Ein „Alkoholverbot“ in Teilen der Innenstadt wird auch hier nichts bringen.
Worum es bei der Stadtpolitik hier geht, ist nicht, das Thema verantwortlich anzugehen, sondern es über Alkoholverbot populistisch aus dem öffentlichen Raum und damit aus dem Blick zu schaffen.

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Huch, wir haben Politik gemacht?

Dass Wohnen in Freiburg teuer ist, ist keine Neuigkeit. Am Wochenende wurde für eine menschenfreundliche Mietpolitik, für eine sozial-gerechte und ökologische Perspektive demonstriert. Die Notwendigkeit ist nun sogar jeder Fraktion im Gemeinderat bewusst und so begrüßen wir einen interfraktionellen Antrag zum Thema "Kommunales Handlungsprogramm für mehr Wohnungsbau und sozial gemischte Stadtteile in Freiburg".

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Freiburg begrüßt seine Gemeinschaftsschule

Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit entschieden, dass eine Gemeinschaftsschule in Freiburg willkommen und erwünscht ist. Diese Regelschule soll allen Kindern ein gemeinsames Lernen ermöglichen, unabhängig davon, welchen Start sie ins Leben hatten. Frühestens ab September 2012 kann sich eine staatliche Schule in Freiburg auf den Weg machen, das jetzige viergliedrige Schulsystem umzukrempeln und alle Kinder und Jugendlichen gemeinsam lernen zu lassen.

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Kann Green City barrierefrei?

Ein integratives und barrierefreies Hotel in Freiburg zu bauen, ist eine gute Idee. Dieses auf dem M1-Gelände errichten zu wollen hatte allerdings den Hintergrund, dass es ein nicht ablehnbares Bauprojekt ist, so dass auf einem absolut umstrittenen Gelände gebaut werden kann. Da die Nutzung des Grundstückes stark kontrovers war und keine Einigung in Bezug auf Bau und Nutzung erzielt werden konnte, wird jetzt aus dem Sozialen eine Berechtigung für die Bebauung gezogen. Das ist traurig, denn integrative Betriebe sollten entstehen, weil die Idee überzeugend und begrüßenswert ist.

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Zur Frage der Gesetze

Bald ist der Freiburgaufenthalt des Herrn Ratzinger vorüber und danach wird hoffentlich das normale Leben wieder einkehren. Doch der Besuch hat bereits nachhaltig Spuren hinterlassen. Freiburg wird eine Bühne sein und die Bevölkerung als Beifallklatscher dienen, eine Aufgabe die wir übernehmen sollen, ohne gefragt worden zu sein.
Dieses Ereignis hat zu Spaltungen in der Bevölkerungen geführt, die noch länger zu spüren sein werden.
Der Besuch zeigt eine ernstzunehmende Bedrohung auf, nämlich wie leicht uns Freiheit und Grundrechte zu entziehen sind.  Durch die Allgemeinverfügungen unseres eigenen Amtes für Öffentliche Ordnung werden zeitweise unsere Grundrechte außer Kraft gesetzt. Der Besuch ist ein Anlass, der es für die ausführenden Behörden zum Kinderspiel werden lässt, uns unserer Freiheit zu berauben.
Dieser Spieltrieb ist uns GemeinderätInnen sehr wohl bekannt und wenn wir die Bedürfnisse der BürgerInnen ernst nehmen, muss dieser unterbunden werden. Im Alltag, jenseits großer Ereignisse, werden solche Einschränkungen nur gezielt auf kleinere Gruppen angewendet. Hier wird deutlich, dass der Schritt hin zur Gesamtbevölkerung kein großer ist.

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Warum braucht Freiburg eine Grüne Alternative?

Wahlplakat 2009Wahlplakat 2009Wer sind die grünsten Grünen in Freiburg? Das wollen Bündnis 90/Die Grünen nun ein Gericht klären lassen und der GAF das Wort "grün" verbieten. Gute Frage eigentlich, wer oder was grün ist in der Green City. Sind es die, die seit sie regieren, eine lange Liste von gewaltsamen Räumungen alternativer Wohnprojekte vorzuweisen haben? Die, die tatsächlich noch 2010 abgelehnt haben, die Badenova atomstromfrei zu betreiben? Die, die Millionen für einen ökologisch unsinnigen Stadttunnel vergraben? Die, die kein Sozialticket wollen, weil man (auch Alte und Kranke bei Wind und Wetter) doch einfach Rad fahren kann?
Wir finden, es gibt weder ein Monopol auf das Wort grün, noch haben sich die Freiburger Bündnisgrünen in den letzten Jahren als besonders grün dargestellt. Im Gegenteil: eskalierende Polizeitaktik, Verdrängung sogenannter Randgruppen aus der Innenstadt, Prunkbauten statt bezahlbarem Wohnraum, überteuerte Kinderbetreuung und vieles mehr schreien geradezu nach einer Grünen Alternative in Freiburg.
Das sahen die Wählerinnen und Wähler 2009 auch so und haben die GAF als alternative grüne Gruppierung in den Gemeinderat gewählt. Wir hoffen darauf, dass die Vernunft siegt und Politik in Zukunft wieder im Freiburger Gemeinderat stattfindet und nicht vor Gericht.

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Eine politische Lösung bleibt abzuwarten

Die Räumung des M1-Geländes im Stadtteil Vauban hat letzte Woche eine Lawine an Beschuldigungen und Behauptungen losgetreten.
Ziel dieser schien es zu sein, die vorherigen Meldungen von Tag zu Tag an Brisanz zu übertreffen.
So kam es während der Woche zu „bürgerkriegsähnlichen“ Zuständen, bei denen Molotowcocktails  auf Feuerwehrbeamte geworfen und mit Leuchtspurmunition (diese wird üblicherweise mit Maschinengewehren abgefeuert) auf Polizeiwagen geschossen worden sein soll.

Diese Ereignisse fanden selbstverständlich nicht statt. Aber eine Atmosphäre der Angst hat sich trotzdem verbreitet. Wir fordern, nach wie vor, dass die Ereignisse vor, während und nach der Räumung aufgeklärt werden und die teilweise irreführende Berichterstattung richtig gestellt wird.
Die sich eingeschlichene Inflation in Begrifflichkeiten ist für die politische Diskussion sehr kontraproduktiv. Sie hat zu Polarisierung geführt, und dafür gesorgt, dass sehr viele Emotionen hochgekocht sind, die nicht so leicht wieder abzukühlen sein werden.


Wir befinden uns nach wie vor in einer politischen Debatte, und politische Debatten benötigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Wir fordern daher, dass alle Beteiligten ihre Gesprächsbereitschaft aufrecht erhalten. Politische Partizipation ist nur durch Dialoge möglich.

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Abgrenzung als Normalität

Der Abriss des alten, billigen Wohnraumes und Neubau von Wohnungen im hochpreisigen Segment in der Johann-Sebastian-Bach-Straße wurde vom Aufsichtsrat der Stadtbau abgesegnet.

Damit wurde auch ein weiterer Schritt hin zur sozialen Entmischung von Stadtvierteln gegangen. Zudem wurde im Gemeinderat der Verkauf von Streubesitz beschlossen, der über die ganze Stadt verteilt liegt. Das Problem liegt auf der Hand: Durch die Maßnahmen in der Johann-Sebastian-Bach-Straße wird die Struktur der BewohnerInnen vereinheitlicht, denn nur wer sich Wohnungen im hochpreisigen Segment leisten kann, ist in der Lage, sich in Herdern anzusiedeln. Ebenso wird mit dem Verkauf des Streubesitzes eine wichtige Steuerungsmöglichkeit abgegeben – und damit auch die Verantwortung für eine sozialverträgliche Stadtentwicklung.

Die immer weiter vorangetriebene soziale Entmischung der Stadtviertel, die von der Stadt nicht nur nicht aufgehalten, sondern auch verstärkt wird, lässt die Prognose zu, dass wir mehr und mehr auf eine scharfe Teilung von Freiburg in Viertel der Besserverdienenden und Viertel der schlechter Verdienenden zusteuern - und das ist politisch zu verantworten.

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Wer sich gegen den Willen des OB stellt ...

Der Situation beim M1-Gelände spitzt sich zu: Ende dieses Monats erwarten wir ein großes Polizeiaufgebot, um den Willen des Rathauses durchzudrücken. Beim M1-Gelände zeigen sich zwei Konfliktpunkte: Der Unmut über die Platzgestaltung und das Thema Wagenplätze in Freiburg. Trotz Gesprächsbereitschaft und Bürgerbeteiligung soll alles so gestaltet werden, wie es sich die Rathausspitze immer vorgestellt hat. Hier wird nochmals deutlich, dass Bürgerbeteiligung nicht ernst genommen wird und Versprechen nicht eingehalten werden.

Am deutlichsten wird dies bei der Wagenplatz-Politik. Im Jahr 2006 hat sich die Stadt dazu verpflichtet, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit alternativen Wohnformen in Freiburg beschäftigt, unter anderem mit Wagenkollektiven. Trotz einer wiederholten Zusage 2010 hat diese Arbeitsgruppe nie getagt.

Hier wird Bürgerbeteiligung zum Possenspiel, Mitbestimmung wird nur scheinbar in Betracht gezogen und Versprechen nicht eingehalten. Wer am Ende nicht resigniert hat, wird sich dann mit der „OrdnungsMacht“ konfrontiert sehen.
Die Bürgerinnen und Bürger lernen daraus, dass wer sich gegen den Willen des Rathauses stellt, damit rechnen muss, von diesem überrollt zu werden.

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Der Papst kommt nach Freiburg – welches Recht gilt dann?

Wenn hochkarätiger Besuch kommt, müssen die BewohnerInnen Freiburgs Einschränkungen in Kauf nehmen. Beim Deutsch-Französischen Gipfel letztes Jahr wurden viele Menschen daran gehindert, in die Innenstadt zu kommen oder auch nur von einem Ende zum anderen Ende der Stadt zu gelangen. Bewegungseinschränkungen wie auch Einschränkungen der freien Meinungsäußerung wurden durchgesetzt. Was wir damals schon unverhältnismäßig fanden, wird nun getoppt.

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Rosige Zeiten für Investoren

Die Entwicklung des Brielmann-Geländes zieht sich bereits Jahrzehnte hin. Nun hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung grünes Licht für das Mammutprojekt gegeben, aller geäußerter Kritik und Einwänden von BürgerInnen und Behörden zum Trotz. Die Kritik der BürgerInnen wurde zwar aufgenommen – doch die Stellungnahmen fanden kein Gehör. Ebenso wurde mit der Kritik der IHK Südlicher Oberrhein und des Regierungspräsidiums Freiburg umgegangen, die hier einen Widerspruch zum Freiburger Märkte- und Zentrenkonzept sehen.

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Steigende Preise für Wohnen in Freiburg – ein hausgemachtes Problem

Dass Wohnen in Freiburg teuer ist, ist für die meisten schon seit Jahren bekannt und die Stadtpolitik ist hieran nicht unbeteiligt: die Anpassung von Mietpreisen an den Mietspiegel wie auch die „Fehleinschätzung“ in Sachen Mietobergrenze sind nur zwei Beispiele, wie die Stadt Freiburg dazu beiträgt, dass für viele Wohnen immer unerschwinglicher wird.


Die Miet- und Immobilienpolitik ist in Freiburg aus dem Ruder gelaufen. Wohnungen in Freiburg sind jetzt schon kaum mehr bezahlbar und die Tendenz ist steigend. Dies ist nicht mehr nur ein Problem einer Minderheit, steigende Miet- und Immobilienpreise betreffen alle.
Diese Entwicklung wurde durch die gemeinderätliche Mehrheit gefördert. Das Argument lautet dabei, dass die Stadtkasse es sich nicht leisten kann, hier mehr Unterstützung zu leisten. Vergessen wird dabei, dass die Stadt, obwohl sie sich manchmal selbst „Konzern“ nennt, keine Firma ist. Eine Stadt hat eine viel größere und umfassendere Bedeutung. Für die gesamte gesellschaftliche Steuerung müssen andere Maßstäbe gelten.


Und auch die gemeinderätliche Mehrheit muss endlich erkennen, dass der eingeschlagene Weg ein falscher ist.

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