Warum wird Wagenleben kriminalisiert?

Es ist eine sich wiederholende Geschichte: Eine Gruppe sucht einen Ort für ein bereits existierendes Wagenkollektiv und die Stadtverwaltung setzt alle Hebel in Bewegung, um dies zu verhindern.
Im Wagenkollektiv zu leben, ist eine Alternative zur gewohnten Lebensweise und für eine Stadt mit mangelnder Wohnraumversorgung sollte diese Alternative als gesellschaftliche Wirklichkeit akzeptiert und nicht diskriminiert werden. Stattdessen wird sie bekämpft bis hin zur Beschlagnahme und Zerstörung der Wagen – und damit der Wohnungen der Betroffenen.

Die Debatte über Wagenplätze ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Die Stadtverwaltung sieht es als nicht in ihrer Verantwortung liegend, Missverständnisse aus der Welt zu räumen, sondern nutzt diese Vorurteile, um Wagenleben zu verhindern. Die vollständige Ablehnung und Kriminalisierung einer Lebensweise ist sehr drastisch und lässt die Frage aufkommen, wieso mit dieser verbissenen Ablehnung reagiert wird?
Das Wagenkollektiv „Sand im Getriebe“ ist auf der Suche nach einer Fläche zum Wohnen, wollen Pacht zahlen und haben immer Verträge und Absprachen eingehalten – mehr als man über die städtische Verwaltung sagen kann. So läuft das Spiel mit Vorurteilen.