Steuern als Suchtprävention?

Bei der nächsten Gemeinderatssitzung wird es einen Erfahrungsbericht über die zum Juli 2010 und 2011 erhöhte Vergnügungssteuer geben. Ziel hier war -  der Vorlage nach -  „Im Interesse der Suchtprävention […] die Möglichkeiten der Vergnügungssteuer auszuschöpfen“. Dies entspricht der Vorstellung: mach etwas teurer, dann werden sich die Menschen das nicht mehr leisten können und davon abwenden.

Der Bericht zeigt zum wiederholten Mal wie wirkungslos diese Methode, gerade im Bereich der Suchtprävention, ist.
Der erfreuliche Teil für die Stadt dabei: die städtischen Einnahmen steigen von rund 800 T€ auf gut 2 Mio. €.
Ein zynischer Mensch könnte behaupten, dass die Stadt Freiburg ihre Kasse auf dem Rücken von Menschen mit Suchtproblemen aufbessert. Und diese Behauptung kann auch leider nicht entkräftet werden, da eine leichte Zunahme von Geldspielgeräten verzeichnet wurde, obwohl die Steuer auf die Einnahmen stark angestiegen ist.
In erster Linie sollten die Gefahren von Spielsucht ernst genommen und nicht wie hier mit Scheinmaßnahmen bekämpft werden. Ebenso sollte beantwortet werden, warum ausgerechnet diese Menschen als zusätzliche Einnahmequelle gesehen werden?