Doch Atomstrombezug beim "Konzern" Stadt
Doch Atomstrombezug beim "Konzern" Stadt
Badenova: Atomstromanteil an nicht-private Kunden beträgt mehr als das doppelte des von Badenova bezogenen Strom-Mixes
Ein konsequenter Ausstieg aus der Kernkraft gefordert
Letzten Okto
ber war die Atomenergie Thema im Gemeinderat. Damals hatte der Gemeinderat beschlossen, „einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomindustrie“ zu schaffen. Daraufhin hat die Grüne Alternative Freiburg beantragt, diesen Beschluss konsequent umzusetzen, und dass die Stadt Freiburg in allen ihren Handlungsbereichen atomstromfrei sein soll. Dieser Antrag wurde von der großen Mehrheit abgelehnt. Damals behauptete Oberbürgermeister Salomon, dass dies schon so sei, dass also in keinem Bereich mehr Atomstrom bezogen wird. Nun hat sich in der Antwort auf die gestellte Anfrage bezüglich der Atomstromfreiheit das „alle“ Bereiche in ein „nahezu alle“ Bereiche verändert.
Dass die große Mehrheit der städtischen Handlungsbereiche der Stadt als atomstromfrei gilt, kann aber nicht beruhigend sein. In der beantworteten Anfrage kam noch eine Statistik (Statistik von 2009) zum Vorschein: Beim Gesamtmix, der von Badenova bezogen wurde, lag der Anteil der Kernenergie bei 8,6%, aber von dem Mix, der an nicht-private Kunden verkauft wurde, sprang der Kernenergieanteil auf 18,0%.
„Hier ist ein klarer Rechentrick im Spiel: Die atomstromfreien Tarife werden geschaffen, indem ein größerer Anteil an Atomstrom in andere Tarife gespeist wird. Dadurch erscheinen diese sogenannten atomstromfreien Tarife als Schönfärberei.“, bemängelt Monika Stein.
Das zeigt, dass die Abhängigkeit des „Konzerns“ Stadt von der Atomenergie viel höher ist als durch das Image der „Green City“ vermittelt wird. Coinneach McCabe sagt: „Es ist nicht glaubwürdig, einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie zu fordern, wenn man selber diese Art der Energie bezieht wie auch Handel mit dieser Energie betreibt.“
Die Grüne Alternative Freiburg fordert daher alle gemeinderätlichen Fraktionen auf, sich dafür einzusetzen, dass schnellstmöglich der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen wird.
Links
Atomausstieg wurde vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt (GAF Pressemitteilung November 2010)
Freiburg und der Atomausstieg (Amtsblatt September 2010)
Anfrage GAF Atomstrom Freiburg (PDF)
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Radiobeitrag rdl vom 2.3.2011
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